
Werkzeugkasten
16. Januar 2012In der Mensa unterhalten sich drei Mädels über den Einzug in eine neue Wohnung. Dabei geht es nicht um die Gardinen, den Schuhschrank oder die Wohnzimmerdeko, sondern um die anfallenden Reparaturen, vor allem um die Schikanen einer Rehgipswand. Damit hat jede von ihnen schon leidige Erfahrungen gemacht und gelernt:
Die eine schwört auf die empfohlenen Hohlraum-Springdübel.
Die zweite empfiehlt, mit einer Bohrergröße kleiner die Löcher zu bohren, da die immer zu groß würden, dann das Loch mit Moltofill auffüllen und den Dübel darin zu versenken.
Die dritte bohrt mit Holzschrauben direkt in die Wand.
Und da sag nochmal jemand, Frauen könnten mit nem Werkzeugkasten zu Weihnachten nichts anfangen…
Als leidenschaftliche Handwerkerin muss ich dich aber mal kurz darauf hinweisen, dass das Rigipswand heißt!
(obwohl ich eine Wand voller gegipster Rehe auch ganz interessant fände…)
Oh, ups
Du hast im Unterschied zu mir eben auch noch Ahnung von Materialien. Es ist aber erstaunlich, wie viele Suchergebnisse ich mit der falschen Schreibweise erhalten habe…
Eine Wand voller gegipster Rehe ist der erste Höhepunkt dieses Blogs
Ja, und eine aparte Gestaltungsinspiration, vielen Dank!
z.B. hierfür:
http://einmalimleben.wordpress.com
… das wollte ich auch schreiben =)
genau
Gutes Beispiel für Emanzipation!
Dass Mädels was mit dem Werkzeugkasten anfangen können und wollen, war eine Generation vor euch noch ungewöhnlich und zwei Generationen vor euch ganz selten, also seltsam!
War meine Mutter- Jahrgang 1917- eine Ausnahme? Während mein Vater nicht einen Nagel in die Wand bekam, war meine Mutter für viele handwerkliche Arbeiten zuständig. Ich habe auch viel von ihr gelernt.
Ganz einfach und ohne Emanzipationsdiskurs: wer DAMALS als Intellektueller gelten wollte, durfte sich nicht mit handwerklichen Sachen befassen. Nicht handwerklich können, war ein Zeichen hoher Intelektualität. Die alten Chinesen ließen als Zeichen des Auserwähltseins zusätzlich den Nagel vom kleinen Finger gegen Himmel wachsen! Bis Mao kam.
Mein schönstes Geburtstagsgeschenk war in diesem Jahr tatsächlich ein Werkzeuggürtel und endlich ein anständiges Knarren-Set – von meinem Liebsten.
Ist der Werkzeuggürtel auch modisch uptodate? Dior? Armani? Versace? Wie hat man sich ein “Knarren- Set” vorzustellen? Büchse, (Doppel)Flinte, Maschinengewehr, Revolver, Walther P38? Hat der Liebste auch sein Testament unterschrieben?
Fragt sich…
Unwissender, sei beruhigt, nix ballaballa. Ein Knarrenset dient der unkomplizierten Festziehung von Muttern (nicht Müttern!).
Und ein Werkzeuggürtel ist häßlich, aber praktisch, wie so vieles auf dieser Welt.
Und Testament gibt es hier derzeit nur gemeinsam in Sachen Sorgerecht, den Rest hat der Gesetzgeber großzügig für uns geregelt.
Das will ich sehen! Wie der großzügige Gesetzgeber (typisch Mann!), bewehrt mit einem Knarrenset eine hässliche Mutter festzieht. Nebenbei: wie ist das gemeint mit der Duplizität hässlich- praktisch? Mir kommen so komische Assoziationen…
Ich stelle mir das so vor: nicht “schön und unpraktisch”, nicht “schön und praktisch” und nicht “hässlich und unpraktisch”.
Wie? So einfach und so platt? Wie unpraktisch!
ok, nicht mehr postAday ist gut, aber über wessen lange texte soll ich mich nun in der mittagspause aufregen?
Mittagspause abschaffen!
Eine erstaunlich lange Antwortkette für ein Thema ganz ohne Sex & Crime!
So kommen wir näher an die 50.000.
Auch ein Orakel
Es ist sicher nicht ernst gemeint, dass das Thema ganz ohne Sex und Crime ist, oder? Werkzeugkasten… plus Knarren- Set !!
Ich finde das sehr sexy.
Rest-Sucht der Bloggemeinde!
Frau Sommer und ich sind Schuld