Archiv für Dezember 2011

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Vorsätze 2012

31. Dezember 2011

Vor einem Jahr schon habe ich nach euren Vorsätzen für 2011 gefragt. Diejenigen, die sich damals geäußert hatten, können heute überprüfen, wie sie ihre Vorsätze eingehalten haben. Durch eine der letzten Umfragen konnte eine Rangfolge ermittelt werden, was es zum guten Leben braucht, an erster Stelle stehen die Freunde. Vielleicht hilft das, wenn ihr euch Gedanken über gute Vorsätze für 2012 macht.

Meiner Meinung nach können gute Vorsätze kategorisiert werden in körperliche (die beziehen sich auf den eigenen Körper und das körperliche Wohlbefinden), soziale (die beziehen sich auf den Umgang und Austausch mit anderen Menschen) und psychische (die beziehen sich auf die eigene Person, auf das Innenleben und den Charakter). Früher habe ich Vorsätze genutzt, um gezielt an mir zu arbeiten, etwa “weniger geizig sein”. Das mache ich heute nicht mehr, aber ich glaube, es hat genutzt. Wenn also jemand einen Charakterzug hat, den er an sich selber nicht mag – er lässt sich abtrainieren, man muss nur wollen!

Welches sind denn eure Vorsätze für 2012? Eher solche, die ihr mit Disziplin gegen euch selbst durchsetzen müsst, oder solche, mit denen ihr euch selbst offenkundig einen Gefallen tut? Und macht ihr Vorsätze, um sie einzuhalten, oder um den Unterschied zur Realität zu betrachten? Ach ja, gute Vorsätze machen, ich finde es eine schöne Tradition! Ich nehme mir vor (unter anderem): Ab und zu mal einen Blogbeitrag schreiben.

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Endspurt

30. Dezember 2011

Das Jahr ist so gut wie vorbei. Morgen gibts noch eine Umfrage und dann ist Chas Projekt “Jeden Tag ein Beitrag” beendet. Zwar gab es viele Tage dieses Jahr, aber trotzdem sind nicht alle Themen erschöpft. Gerne hätte ich noch über die “Er such Sie”- und “Sie sucht Ihn”-Anzeigen aus dem ZEIT-Magazin geschrieben, über Geldanlageberater, die mit der ökonomischen Angst ihr Geschäft machen, um Mithilfegesuche der Polizei.

Das sind also Themen, auf die sich die chalog-Bloggemeinde im nächsten Jahr freuen darf. Es wird zwar nicht mehr jeden Tag einen Beitrag geben, aber sicher sporadisch. (Ich empfehle daher: Das Email-Abo; rechts im Menü möglich.) Naheliegend sind auch alle möglichen Baby-Themen, die der sich ankündigende Nachwuchs bereithalten wird. Aber das würde vielleicht auch langweilig – außer für die Eltern ;-)

Der heute gewählte Titel “Endspurt” bezieht sich jedoch nicht nur auf die letzten Blogbeiträge diesen Jahres; mit dem Ende 2011 beginnt auch der Endspurt bis zur Geburt. Bis zum Termin sind es zwar noch fünf Wochen und bis zu dem von mir ursprünglich anvisierten Geburtstermin noch 4 1/2. Doch aufgrund vorgeburtlicher Anzeichen gilt es im Moment vor allem die nächsten zwei Wochen in Schwangerschaft zu erleben. Zwar ist jetzt mit dem Erreichen der 36. Woche das Kind “ausgetragen”, aber immernoch zu früh. Je mehr Speck es bis zur Geburt auf die Rippen bekommt, desto besser. Erst mit der 38. Woche ist das Baby keine Frühgeburt mehr. Heute hoffe ich also, dass das Baby zwar nach dem 13.1. kommt, aber am 1.2. mindestens schon ein paar Tage alt sein wird. Aber das ist ja zum Glück nicht schlimm: Denn sobald es geboren ist, ist es da – das ist wunderbar!

Mit der Beendigung meines Blogprojektes verabschiede ich mich also endlich in das Elterndasein und werde auch in diesem neuen Projekt jeden Tag beschäftigt sein. Wie sehr die chalog-Bloggemeinde daran auf digitalem Weg beteiligt sein wird, weiß ich noch nicht. Aber wer als Besuch etwas zu essen mitbringt und nach maximal zwei Stunden wieder geht, ist immer gern gesehen :-)

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Jahresrückblick

29. Dezember 2011

Es ist die Zeit der Jahresrückblicke. Auch chalog hat einen Jahresrückblick verdient. Ganz 2011 gab es täglich einen Blogbeitrag, übermorgen sind es also 365 Themen, Ideen, Gedanken, Beobachtungen. Wie sollen die gerückblickt werden? Was nochmal erwähnen, was vergessen? Ich wähle folgende Art des Jahresrückblicks: Welche Themen ziehen die Menschen auf meinen Blog?

WordPress zeichnet auf, mit welchen Suchbegriffen Internetsurfer auf meinen Blog stoßen. Das ist nicht nur thematisch interessant sondern auch inhaltlich, denn die Leute schreiben witzige Dinge in Googles Suchleiste. Top-Suchbegriff ist dieses Jahr “neue weltkarte 2012″. Weitere gesuchte und bei chalog gefundene Suchbegriffe sind (in abnehmender Häufigkeit): “zähltick”, “welt kaugummitag”, “panaschieren schweiz”, “fruchtfliegen 2011″, “dm feiert geburtstag”, “feuer”, “monica lierhaus geistig behindert”, “ende der fastenzeit”, “stadtkulisse”, “bekannte menschen”, “11.1.11″, “blumengattungen”, “frozen yogurt berlin”, “monica lierhaus behinderung”, “harvardhäuser”, “margaritenarten”, “darf man beim kumulieren eine komplette partei wählen”, “mystisch”, “californiagirl4month”, “drahtesel gedicht”, “man soll die kirche im dorf lassen”, “flach liegen krank”, “semiotik emoticons”, “blumen namen und bilder”, “geruchstests”, “wahlzettel”, “verbrannte haut”, “tokio hotel vom tsunami weggespült”, “für was steht zaz”, “schneller reden als denken”, “aurerdem haben sie die kosten des verfahrens gemai §§ 105 and 107 owig,464 (1) and 465 strafprozessordnung (stpo) zu tragen”, “bedanken für kulanz”, “dissonante tanten”, “monica lierhaus behindert”, “smiley semiotik”, “facebook boykott”, “street view poppelsdorfer allee”, “unterschied zwischen urlaub ferien”, “heinz benneth verstorben”, “schöne zahlenkombinationen”, “text messa di gloria”, “gerechtigkeit in “harry potter”", “ferd,cha”, “”Ökonomische grundkompetenzen i”", “bei mir selbst sein”, “gina wild anal”, “mineralien rasierer”, “was machen standhilfen”, “plakat thema unter wasser”, “urlaubsreif”, “kumulieren warum gibt es das”, “widersteht man dem impuls, die arbeit mangels substanz nach einer ersten durchsicht gelangweilt aus der hand zu legen und liest man etwas genauer hinein, dann zeigen sich einige formale auffälligkeiten”, “shakira’s familie und ihr lebenslauf”, “heribert prantl + frauenquoten”, “schimmel hausmüll”, “real olive wood bürste”, “zaz konzert offenbach presse”, “lierhaus raucht”, “widerspruch gegen ordnungswidrigkeit § 37abs. 2″, “mahnung kulanz”, “selbstgemachte obstfliegenfallen”, “postkutsche”, “blühpflanze sehr lange blätter”, “poppelsdorfer allee bonn streetview”, “wie heisen die blumen”, “bekanntesten menschen 2011″, “friseur vorher nachher”, “2012 weltuntergang”, “die moral von black swan”, “überschwemmungen hawaii januar 2011″, “payback dm 5 fach”, “wie tief ist der main”, “kann man mit 030 jahre doktortitel bekommen”, “guttenberg unfähig”, “luxus schlechtes gewissen”, “ungedrillte truppen”, “gesellschaft grösste gefahr für behinderte menschen”, “chor vorsingen 2011″, “royal wedding watched in germany”, “”blutende geschlecht”", “fruchtfliegen februar”, “warum diktatur toleriert”, “fickfackerei des herzens thomas mann”, “the lonely island”, “karneval nach jeder rede kommt eine musik wie heißt das”, “wofür bekommt monika lierhaus so viel geld”, “alexander technik nackenverspannungen”, “fastnacht wirtschaftlichkeit”, “”fischer-lescano andreas”", “was machen während der earth hour ?”, “zitronensauce passender wein”, “von halb neun bis halb zehn kerzen”, “wieviel stromersparung durch earth hour”, “reichestadt”, “5 fach punkte dm 2011″, “echter atomfreier strom”, “quotenregelung frau biologie”, “warum kann man den regenwald nicht nachpflanzen”, “”geld macht nicht glücklich aber es hilft”", “in einem akw sind kg plutonium”, “twitter hashtag ägypten”, “blogkommune”, “hospitalismus studie”, “geld kauft längst nicht alles”, “wie hat mark zuckerberg es nach harvard geschafft”, “haarreif 2011″, “das nehme ich mir herasu”, “alpha 0.7 anschauen”, “drahtesel warum”, “blaues licht schlecht für schlaf?”, “énergy nucléaire pro contra”, “fensterscheibe frühling”, “earth hour wieviel co2 wurde eingespart?”, “hochwasser fahrrad”, “definition gemeinsam stark”, “myzeil -frankfurt”, “warum weiss die pflanze dass frühling ist”, “entspanntes sehen”, “traummann”, “kinderwunsch”, “sex & schnapps & ein tattoo movie”, “kehlmanns”, “fahrradaktionstag”, “kontaminierte gebiete – welt”, “selber kochen ausgehen”, “wham bam poetry slam”, “runde mineralien”, “blumenkästen balkon anpflanzen muster bilder”, “der theaterbesuch thema”, “osama bin laden obana zugeschaut tot”, “was sagt eigentlich dsk zu den vorwürfen”, “eurovision 2011 projektion sand”, “wie isst man ein frühstücksei”, “furz auf toilette”, “brandblase alte haut”, “mülltonne”, “sprossen in hessen gegessen”, “deutscher sommer”, “wie viel menschen starben 2011 in deutschland”, “wissenschaftlicher weltrekord”.

Sind dies die Themen, die in den etablierten Medien zu kurz kommen, sodass Sucher bis auf chalog verwiesen werden? Es ist jedenfalls ein kleiner Auszug aus dem letzten Jahr auf chalog. Natürlich gab es noch viel mehr. Was war denn euer Lieblingsbeitrag? Könnt ihr euch noch an bestimmte Themen erinnern?

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Eine Welt

28. Dezember 2011

Nicht lange ist es her, dass eine chalog-Umfrage gezeigt hat: Politik ist nicht transparent – zumindest wird sie nicht so wahrgenommen. Für das heutige Thema suchte ich nach Zahlen, nach Ausgaben in Bundesministerien und muss bestätigen: Es ist schwer, daran zu kommen! Zwar geht es um das Geld der Steuerzahler, das im Bundeshaushalt vergeben wird, aber das Bundesfinanzministerium bietet dem Steuerzahler keine einfache Akteneinsicht. Schade. Geholfen hat mir die Seite bund.offenerhaushalt.de. Dort ist grafisch dargestellt, wie viel Geld für welche Posten zur Verfügung steht.

Mein spezifisches Interesse konnte ich leider trotzdem nicht befriedigen: Ich wollte herausfinden, wie viel Geld der Bund für Entwicklungszusammenarbeit ausgibt und wie viel für Agrarsubventionen. Der gesamte Etat für Entwicklungszusammenarbeit beträgt 2011 über 6 Milliarden Euro. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verfügt 2011 über 5,5 Milliarden Euro.

Allerdings – die Agrarsubventionen werden hauptsächlich von der EU gezahlt. Hier ergaben meine Recherchen: Über 55 Milliarden Euro pro Jahr zahlt die EU jährlich an die heimische Landwirtschaft. Aus 2008 erhalte ich eine Zahl über die EU-Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit: 2,2 Milliarden.

All die Zahlen hatte ich recherchiert, um eine These zu überprüfen: Die Agrarsubventionen sind etwa gleich mit den Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit. Die bisherigen Ergebnisse widersprechen dieser These nicht völlig. Wenn man bedenkt, dass man den 55 Milliarden EU-Agrarsubventionen sowohl EU- als auch nationale Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit gegenüberstellen muss, kommen sicher auch um die 50-60 Milliarden zusammen.

Das Brisante an der These ist, dass die Ausgaben sich gegenseitig konterkarieren. Die Agrarsubventionen führen dazu, dass europäische Produkte auf afrikanischen Märkten die dort heimischen Produkte im Preis unterbieten und die afrikanischen Bauern sich nicht selbst finanzieren können. Die dadurch entstehende Armut wird mit Geldern der Entwicklungszuammenarbeit bekämpft. Wäre es nicht sinnvoller, die Agrarsubventionen zu streichen? Wo doch bewiesen ist, dass Subventionen volkswirtschaftlich unsinnig sind und den Markt verzerren! Hier zeigt sich einmal mehr das Problem nationaler Regierungen in einer globalisierten Welt: Sie sind nicht vernünftig und entscheiden nicht zum Wohle der gesamten Menschheit, sondern nur zu dem einzelner Bevölkerungen.

Dieses Beispiel zeigt, wie die Menschen auf Kosten anderer Menschen leben. Es gibt viele andere Beispiele, die zeigen, wie Menschen zudem auf Kosten der Natur leben. Oft sind es große Konzerne, die die Kosten des Raubbaus an der Natur nicht als Kosten in ihren Bilanzen einkalkulieren und daher “ökonomisch sinnvoll” die Natur zerstören. So erinnert Tepco und die Sicherheit in Japan an BP und die  Sicherheit im Ozean. Leidtragende sind vor allem die Natur und meist viele viele Menschen. Da bleibt nur eine Frage, die zu beantworten die Aufgabe dieses Jahrhunderts ist:

Wie konnte es dazu kommen, dass viele Menschenleben weniger wert sind als mögliche Gewinne? Und wie lässt sich das (wieder?) ändern?

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Teilzeit für alle

27. Dezember 2011

Die liebe Arbeitswelt, sie reizt mich nicht. 40-Stunden + Überstunden pro Woche in einem Büro zu sitzen und erst wenn es dunkel wird nach Hause kommen, das ist kein attraktives Konzept. Menschen brauchen Zeit für Familie, Freizeit und sich selbst – und da reicht kein Wochenende für aus. In meinem letzten arbeitspolitischen Beitrag plädierte ich für gleiche Vergütung aller gearbeiteten Stunden; heute fordere ich: Teilzeit für alle!

Die 40-Stunden-Woche wurde eingeführt, als nur etwa 50% der arbeitsfähigen Gesellschaft arbeiteten, nämlich die Männer. Inzwischen drängen auch die Frauen auf den Arbeitsmarkt und es ist klar, dass die verfügbaren Stellen härter umkämpft sind. Weiterhin ist die Verbindung von Familie und Beruf eine Herausforderung für arbeitende Frauen und sie sind es mehrheitlich, die heutzutage gar nicht oder nur halbtags arbeiten und sich so langfristig gegen die männliche Konkurrenz nicht durchsetzen können.

Daher schlage ich vor: Teilzeit für alle. Das ist eine Antwort darauf, dass heute alle Menschen arbeiten wollen. Da das doppelt so viele sind wie zu der 40-Stunden-Woche ist die logische Konsequenz die 20-Stunden-Woche!

Es gibt genug Paare und Familien, in denen die Eltern beide Vollzeit arbeiten und gar nicht wissen, wohin mit dem Geld! Das Geld des einen Jobs würde ausreichen, um das Leben zu finanzieren; dadurch, dass der Partner auch arbeitet, hat jemand drittes keinen Job. Wären beides Teilzeit-Jobs, hätten vier Personen eine Tätigkeit.

Wenn alle Menschen halbtags arbeiten würden, hätten sie mehr Zeit für ihre Familie und Kinder. Man bräuchte weniger organisierte Kinderbetreuungseinrichtungen und weniger Seniorenheime. Das würde vor allem den schulpflichtigen Kindern zugute kommen, denn die Ganztagsschulen und der Leistungsdruch sind auch Konsequenz davon, dass Eltern ihre Kinder so lange und so gut wie möglich versorgt wissen wollen. Wenn Eltern nachmittags  zu Hause sind, können sie sich selbst mit ihren Kindern beschäftigen.

Die 20-Stunden-Woche ist auch für die gesamgesellschaftliche Lage besser: Die zugewonnene freie Zeit kann genutzt werden, um zu kochen, Sport zu treiben, Musik zu machen. Dadurch würde die Gesellschaft gesünder, die Krankheitskosten sinken.

Teilzeit für alle – das ist auch für die Arbeitsatmosphäre besser. Die kürzere Zeit auf der Arbeit wird höher geschätzt. Es wird natürlich nicht nur halb so viel gearbeitet wie im Vollzeitjob – denn halbtags ist man viel produktiver! Es müsste also sicher gestellt werden, dass durch zwei Halbzeitjobs genug Geld in die Familienkasse kommt. Aber auch für Alleinstehende sollte es finanziell reichen, nur halbtags zu arbeiten. In den letzten Jahrzehnten sind die Menschen so viel produktiver geworden – das muss von den Arbeitgebern doch mal honoriert werden!

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Feierei

26. Dezember 2011

Früher, in der guten alten Studienzeit, war es Usus, dass Partys in WGs stattfanden. Die sogenannte “Privatparty” bestach durch eine große Getränke- und Essensauswahl, tanzbare Musik und die Auswahl der Gäste. Je nachdem, wie das eigene Verhältnis zum Gastgeber war, konnte man sich überlegen, wie viel man investieren will in ein Kennenlernen möglichst vieler Gäste. Privatfeiern waren auch immer Singleshows, man hatte in einem ungezwungenen Rahmen die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und immer einen Gesprächsbeginn (“Und woher kennst du…?”).

Heute, in den guten Zeiten des Berufseinstiegs, sind Privatpartys seltener geworden. Die eigene Wohnung ist stilvoll eingerichtet, die Gäste sind größtenteils Kollegen, das ist zu privat. Also weicht man aus in ein Café, eine Kneipe, zahlt eine Runde und lässt den Rest von den Gästen übernehmen, am Ende muss man nicht aufräumen. Zu diesen schlechten Partyzeiten ist es eine erfreuliche Abwechslung für Gäste, wenn sie auf einer Privatparty eingeladen sind. Endlich wieder Freibier, gutes Essen, saubere Toilette, nette Leute, gute Musik. – Das war jedenfalls das Feedback unserer letzten Weihnachtsparty: Die Gäste haben es genossen.

Und als Gastgeber? – Hat die Veränderung der Lebensumstände auch seine Vorteile. Die meisten waren um 2 Uhr schon weg, wenn ein Glas umgeschüttet wurde, wurde sofort nachgewischt, die mitgebrachten Speisen fürs Buffet waren großartig, die Leute waren offen und gesprächig, die berühmte “Grüppchenbildung” fand nicht statt. Als wären alle schon irgendwo “angekommen” und zufrieden damit, konnten sie sich anderen öffnen und sich austauschen. Die meisten waren als Paar da, oder als zufriedene Singles, jedenfalls gabs keine Anmachversuche oder verletzte Eitelkeiten.

Trotzdem wars erstmal die letzte Party. Ab demnächst gibts nur noch Kaffeekränzchen.

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Fröhliche Weihnachten!

25. Dezember 2011

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Weihnachtsausgaben

24. Dezember 2011

Weihnachten, das Fest der Liebe, ist zunehmend zum Fest der Geschenke geworden. Besonders die Vorweihnachtszeit ist geprägt durch den Stress, den sich Schenkende mit der Auswahl eines passendes Geschenkes in der angemessenen Preisklasse. Nicht wahr? Ist der Preis für euch ein Kriterium beim Geschenkekauf, oder kommt es primär auf die Idee an und der Preis, ob höher oder niedriger als “normal” ist egal? Und wie viel Geld habt ihr dieses Jahr durchschnittlich für eine Person in Geschenke investiert?

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Mutterschutz – Elternschutz

23. Dezember 2011

Sechs Wochen vor Geburt und acht Wochen nach der Geburt eines Kindes steht der Mutter Mutterschutz zu. Mutterschutz bedeutet: Vor der Geburt muss frau nicht arbeiten, nach der Geburt darf sie es nicht. Mutterschutz gilt, wenn frau abhängig beschäftigt ist. Bei Selbstständigen zahlt niemand den Arbeitsausfall und Studierende werden selbstverständlich auch nicht von der Arbeit befreit.

Auch ich habe also keinen offiziellen Mutterschutz, aber ein bisschen Freizeit darf trotzdem sein! Ausschlafen, langsam machen, arbeiten nur so viel, wie eben geht. Ich freue mich auf meinen Mutterschutz, der heute anfängt und erst im April endet. Doch bin ich mir sicher, dass ich die Zeit nicht mit Rumliegen verbringen werde. Eine lange To-Do-Liste schwirrt in meinem Kopf, für die ich einige Zeit brauchen werde, um sie abzuarbeiten. Mal sehen, wie viel ich schaffe.

Mutterschutz gilt nur für Frauen. Für die Zeit vor der Geburt ist das verständlich. Danach ist der Vater jedoch meistens auch erheblich belastet. Die Jusos haben auf dem vergangenen SPD-Parteitag einen Antrag eingereicht, der gesetzliche Vaterzeit fordert. Das mache aus Männern potentielle Väter und bei Einstellungen würden Frauen nicht mehr dadurch benachteiligt, dass auch immer ihr Ausfall einkalkuliert würde. Der mögliche Ausfall würde dann auch für Väter gelten. Ich finde den Antrag klasse und bin gespannt, wann die SPD ihn annehmen wird, dieses Jahr hat er es leider nicht geschafft.

Eine gesetzliche Auszeit auch für Männer ist nicht nur arbeitstechnisch interessant, sondern auch familienpolitisch. Sie ist Zeichen eines Erziehungsrechts und einer Erziehungspflicht für Männer. Denn bisher überlassen die meisten Väter die Erziehung ihrer Kinder größtenteils der Mutter – warum? Sie geben doch sonst so ungern Verantwortung ab.

Eine gesetzliche Vaterzeit wäre für alle Beteiligten das beste: Für Mutter, Vater, Kind, Arbeitnehmer und Arbeitgeber (denn es würden die besseren Arbeitnehmer ausgewählt, geschlechtsunabhängig). Also: Elternschutz für alle!

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Pharmaindustrie, Gesundheitspolitik, Wissenschaft

22. Dezember 2011

Medikamente sollten Menschen dienen und tun dies überwiegend auch. Dennoch gibt es immer wieder das unschöne Gefühl, dass sie auch und vor allem der Pharmaindustrie dienen. In einem solchen Fall ist natürlich nicht nur “der Pharmaindustrie” ein Vorwurf zu machen, sondern auch den solche Medikamente verschreibenden Ärzten, die mitunter skrupellos handeln. Beide profitieren von kranken Menschen. Sollen sie rational handeln, würden sie die Menschen krank lassen, anstatt sie gesund zu machen.

Ein Beispiel: Die Pille. Wurde irgendeine Jugendliche oder Frau jemals von ihrer Frauenärztin / ihrem Frauenarzt über die möglichen Nebenwirkungen der Pille aufgeklärt? Ich kenne niemanden – jede, die will, bekommt die Pille verschrieben. Wenn frau sich dann mit Mitte 20 und Krampfadern beim Arzt vorstellt, ist die erste Frage: “Nehmen Sie die Pille?” Jede Frau, die die Pille nimmt, erhöht ihr Thrombose-Risiko. Meist ungewollt, weil sie es nicht weiß.

Noch ein Beispiel: Der Krebs. Niemand will ihn bekommen, jeder kennt jemanden, der Krebs hat (oder hatte). Wenn man dann in der Behandlung ist, mit Chemo-Therapie und sonstigen stark eingreifenden Medikamenten oder Maßnahmen, wird oft nicht danach gefragt, wie wahrscheinlich eine solche Behandlung hilft. Es ist halt das einzige, was es gibt und daher wird es verschrieben. Es wäre ja auch doof für den Arzt zu sagen: “Tut mir leid, ich hab nichts, was ihnen sicher helfen wird.” Wäre das wirklich doof? Oder sind nicht viel mehr die unzähligen Nebenwirkungen, die man aufgrund diverser Medikamente bekommt, doof und es wäre schöner für den Patienten, wenn er sich normal ernähren und verhalten könnte und dann mit ungefähr der gleichen Wahrscheinlichkeit gesundet – oder eben nicht. [Was den Krebs betrifft, gibt es zudem verschiedene alternative Behandlungsmöglichkeiten ("alternativ" verstanden als "ergänzend" zur "Schulmedizin"), die in der "Schulmedizin" jedoch weitgehend ignoriert werden. So zum Beispiel das Vitamin B 17. Ist es zu preiswert, um einen Siegeszug in der Schulmedizin eintreten zu können?]

Am Ende führt alles zu der Frage, ob es das wert ist – die Medikamente ihre Nebenwirkungen. Doch es ist nicht nur eine persönliche Frage der Patienten, sondern sie sollte auch von der Gesellschaft gestellt werden. Krampfadern und Thrombosen, die durch die Pille verursacht wurden, und dann behandelt werden müssen, führen zu Kosten, die auf alle Krankenkassenbeitragszahler umgelegt werden. Beim Krebs ist es noch schwieriger, weil es möglicherweise ums Überleben geht: Wie lange steht einem kranken Menschen eine Behandlung zu, der mit dem mehrere 1000 Euro Medikament (pro Woche) eine Überlebenschance von 13% und ohne von 8% hat?

Ich merke, dass ich gesundheitspolitisch werde und hoffentlich deutlich mache, wie komplex und schwierig dieses Thema in einem nationalen Maßstab ist. Ich möchte noch einen Gedanken hinzufügen: All die besserverdienenden Skifahrer, die sich Jahr für Jahr im Urlaub komplizierte Brüche holen und dann mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden müssen, verursachen geradezu vorsätzlich horrende Kosten für das gesamte Krankenkassensystem. Sollten Sie nicht einen Extra-Beitrag zahlen?

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass es gesellschaftliche Experimente gibt, in denen sich Menschen privat zusammenschließen und gegenseitig die Kosten im Krankheitsfall tragen. Das geht so lange gut, bis die Gruppe größer als 100 Leute wird. Bis dahin geben die Menschen untereinander aufeinander Acht, verordnen sich Ruhe, wenn sich eine Erkältung anbahnt und gehen erst zum Arzt, wenn es nötig ist. Wenn es mehr sind als 100, greift der Egoismus durch, jeder geht zum Arzt, wann er will, die Gemeinschaft kann die Kosten nicht mehr tragen.

Meine Schelte der Pharmaindustrie kann übrigens auf verschiedene andere Bereiche übertragen werden, in denen sich Wissenschaft mit Wirtschaft vermischt. So wird beispielsweise die Erforschung von Stevia unterbunden, weil es ein Süßungsmittel ist, das wie Zucker schmeckt, aber weder Karies ermöglicht, noch für Diabetiker ein Problem darstellt. Klar, dass da die Zahnarztlobby und alle Diabetes-Ärzte dagegen sind. Aber die Gesundheitspolitiker…?

Gleiches gilt für die Glühbirne: Schon seit Ewigkeiten ist es technisch möglich, solche herzustellen, die nicht durchbrennen. Doch damit wäre keinem Elektriker geholfen.

Ja, die Wissenschaft sollte dem Menschen dienen. SOLLTE.

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