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The Artist

29. Januar 2012

Ein schwarz-weißer Stummfilm zu Zeiten von 3D, Hightech und Special Effects. Und dann gewinnt der auch noch drei Golden Globes! Als ich mit meiner liebsten Begleitung die Karten für diesen Film an der Kinokasse bezahle, beglückwunscht uns die Kassiererin: „Eine sehr gute Wahl!“ Der Film läuft in dem Kino im größten Saal, obwohl dieser nicht besonders voll wird – aber die Kinoleitung hat sich entschlossen, dem Film eine angemessene Plattform zu bieten. Ich bin stolz auf das Kino und auf mich, dass ich mich diesem Filmexperiment aussetze.

Der Film handelt vom Stummfilmdarsteller George Valentin, dessen Karriere abrupt endet, als der Ton bzw. die Stimme Einzug ins Kino erhält. In der Geschichte ist es dann die Frau, die den Mann rettet: Peggy Miller schafft es dank ihrer steilen Karriere George Valentin wieder vor die Kamera zu holen – die beiden erfinden kurzerhand die Tanzrevue.

The Artist ist schön anzuschauen, nicht so anstrengend, schnell und reizüberflutend wie andere aktuelle Filme. Die Geschichte ist nett, aber das Besondere ist die ironische Reflektion über die Einführung der Sprache in den Film und ich als Zuschauerin frage mich: Womit kann man das vergleichen? Ist die Sprache wie die Farbe für den Film oder wie 3D? Welche Erneuerungen in der Kinobranche lassen sich mit der Revolution vergleichen, als der Stummfilm starb? Ich denke, dass weder die Farbe, noch die 3D-Technik einen so großen Umbrauch darstellen, wie es die Einführung der Sprache schaffte.

Kino ist immer auch der Versuch, die Realität abzubilden. Mit der Sprache wurde zwar nicht der Hörsinn neu in das Kinoerlebnis eingebunden (denn der Stummfilm wurde von Filmmusik begleitet), aber dennoch wurden die Darsteller wesentlich realistischer, authentischer. Sie mussten weniger spielen und konnten mehr sein – auch das wird in The Artist deutlich. Die Farbe hat den visuellen Eindruck verschärft, aber nichts grundsätzlich geändert. Die 3D-Technik ist und bleibt eine Illusion, die das Zuschauererlebnis auch nur rudimentär aufwertet.

Vergleichbar mit der Einführung der Sprache müsste also die Erschließung eines weiteren Sinnes sein: Der Geruchssinn zum Beispiel. Wenn es im Kinosaal so riecht wie in der Szene auf der Leinwand – dann sind die Zuschauer noch mehr mittendrin, statt nur dabei.

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Konsequenzen

27. Januar 2012

Es gibt nur wenige Dinge im Leben, die wirklich eine Konsequenz mit sich bringen. Die alltäglichen Entscheidungen in der Mensa – ob Wok, Salat, Fleisch oder Vegetarisch -, die Farbe des neuen Kleidungsstücks oder die Abendgestaltung: Sie beeinfllussen unser Leben nicht wirklich. Ebenso wenig das Buch, das man liest, den Urlaub, den man macht.

Wichtiger ist da schon die Partner- und Studiengangwahl. Jedoch gilt hier vor allem: Die einmal getroffene Entscheidung ist rückgängigmachbar – das gilt inzwischen sogar für das Ja-Wort in der Ehe. Eine Entscheidung voller Konsequenzen hingegen ist die für ein Kind. Das hat mit Verantwortung zu tun und mit Kompromissbereitschaft. Wer ein Kind hat, muss auch ans Kind denken. Im optimalen Falle fällt das leicht, weil das Kind als zur eigenen Person dazugehöriger Teil betrachtet wird. Aber es birgt auch in diesem Fall Komplikationen, denn welches Kind will nur Teil seiner Eltern sein?

Wenn man sich für ein Kind entscheidet, dauert es meist lange, bis es da ist. Diese Zeit ist sicher auch dafür sinnvoll, sich auf das Leben mit Kind mental einzustellen. Was wird sich ändern, was soll so bleiben, wie es ist, was will ich nicht, was muss klappen? Diese Gedanken können prenatal gedanklich durchgespielt werden – in welcher Relation sie schließlich zur Realität stehen werden, bleibt ungewiss. Diese Ungewissheit macht das Abenteuer Kind zu dem, was es ist: Es ist eine konsequenzenreiche Entscheidung, deren Konsequenzen man nicht kennt. Also sind Wunscheltern vor allem eins: mutig.

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50 000!!!

23. Januar 2012

Aaaaaaaaaah, jetzt habe ich meinen eigenen Rekord verpasst. Gestern, am 22.1.12 war es soweit: die 50 000er – Marke wurde geknackt. Das ist fantastisch! Ich freue mich über dieses große Interesse und weiterhin über jede Person, die es auf meinen Blog treibt. Kommentare sind auch immer gern gelesen, also bitte: Sag mir, was du denkst!

Am 7.2.2011 feierte ich den 20 000. Klick. Damals wurde gemutmaßt, wie lange es bis zur 50 000 dauert. Die Schätzungen damals waren: 220 Tage, 50 Tage, 450 Tage, 267 Tage, 100 Tage. Tatsächlich hat es fast ein Jahr gebraucht, die zusätzlichen 30 000 bis zum heutigen Rekord zu sammeln; genaugenommen: 350 Tage! Immerhin – bis zu den ersten 20 000 dauerte es noch 474 Tage.

Die nächsten 10 000 werden vermutlich aufgrund geringerer Aktivität von Cha wieder etwas länger dauern. Was meint ihr: Wann genau werden die 60 000 erreicht?

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farblos

23. Januar 2012

Im Bürgeramt, ich muss meinen Personalausweis erneuern.

Cha fragt: „Kann ich denn ein schwarz-weißes Passfoto verwenden?“

Die Frau hinter dem Schreibtisch antwortet: „Ja, aber das bleibt dann so.“

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Werkzeugkasten

16. Januar 2012

In der Mensa unterhalten sich drei Mädels über den Einzug in eine neue Wohnung. Dabei geht es nicht um die Gardinen, den Schuhschrank oder die Wohnzimmerdeko, sondern um die anfallenden Reparaturen, vor allem um die Schikanen einer Rehgipswand. Damit hat jede von ihnen schon leidige Erfahrungen gemacht und gelernt:

Die eine schwört auf die empfohlenen Hohlraum-Springdübel.

Die zweite empfiehlt, mit einer Bohrergröße kleiner die Löcher zu bohren, da die immer zu groß würden, dann das Loch mit Moltofill auffüllen und den Dübel darin zu versenken.

Die dritte bohrt mit Holzschrauben direkt in die Wand.

Und da sag nochmal jemand, Frauen könnten mit nem Werkzeugkasten zu Weihnachten nichts anfangen…

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scheue Pferde

14. Januar 2012

Nachdem ich mit meinem letzten Artikel ordentlich die Pferde scheu gemacht habe, bin ich wieder entspannt und zuversichtlich, dass alles so kommen wird, wie es soll, nämlich gut und schön und richtig. Zeit spielt ja bekannter Weise keine Rolle, also will ich mal mein Glück nicht weiter von Tagen, Zahlen, Daten abhängig machen.

Und da es egal ist, wann der Kleine kommt, und heute Cha-fragt-Tag ist, überlasse ich die Antwort auf die große Frage einfach mal der großen weisen Zahl:

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Milch!

12. Januar 2012

Heute hat mein Milchtest unter der Dusche das erste Mal, seit ich ihn vor einigen Wochen begonnen habe, ein positives Ergebnis gezeigt. Was bedeutet das? Kommt das Baby bald? Bitte nicht heute! Oder kommt die Milch in der Brust von der Markklößchensuppe im Bauch?

Auf jeden Fall hat sich etwas geändert, mein Körper sendet mir mit einem weiteren Signal: „Ich bin bereit.“ Ja – mein Körper ist bereit. Aber ich? Bin ich bereit? Wie nervös ich mit einem Schlag geworden bin! Seit Wochen und Monaten bin ich latent ungeduldig und versuche, die Tage möglichst kurzweilig und schnell rumzukriegen. Auch heute ist das mein absolutes Ziel, denn erst ab morgen darf ich ins Geburtshaus. Aber gleichzeitig gesellt sich zu der unbändigen Vorfreude eine unterschwellige Nervösität: Kann ich das?

Oh mein Gott, ist das aufregend, mein Herz klopft. Bald bald bald bin ich mit meinem Kind zu Hause. Es wird schlafen, es wird schreien, es wird sich bewegen, es wird ausscheiden und absondern, aber dafür werden andere Begriffe verwendet, denn wir sind nicht im Krankenhaus! Ich werde es angucken, ich werde es anfassen, ich werde es streicheln, wickeln, küssen, wärmen, stillen, baden.

Aber wie soll ich es betten? Rückenlage, Seitenlage, Bauchlage. Jede Generation hat ihre eigene Vorliebe. Man kann Ratgeber lesen, sie raten einem vor allem dies: Mach, wie du willst. Und wie oft stillen? Auch hier sind die Ratgeber uneinheitlich. Da hilft nur die klare Ansage der Hebamme oder der Mutter. Hoffentlich sind sich Mutter und Schwiegermutter wenigstens einig.

Aaaaaaaaaaaaaaaah, ich muss vorher noch so viel erledigen! Fotos von meinem Bauch machen, Fotos mit dem Vater machen, das Bett beziehen, die Klamotten ordnen, Wäsche waschen, die Kameras aufladen. Mein Kind – ich freue mich, wenn du kommst, heute ist ein schönes Datum, aber bitte warte trotzdem bis morgen – dann wird alles gut und ich bin wieder entspannt!

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Bundespräsident adé?

7. Januar 2012

Es ist das Thema der Woche und diese Frage schwingt inzwischen latent überall mit: Sollte der Präsident zurücktreten oder seinem Amt enthoben werden? Was meint ihr und warum?

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Nestbautrieb

5. Januar 2012

Das Ende der Schwangerschaft kündigt sich auch im Nestbautrieb an. Ich fühle ihn deutlich und schwer, er äußert sich in einer imaginären, unendlich scheinenden To-Do-Liste, die ich nach und nach einzufangen und auf Papier zu bringen versuche. Nachts raubt er mir den Schlaf, wenn ich überlege, wie ich den kommenden Tag gestalten könnte. Zu allem Überfluss besteht er nicht nur aus häuslichen Aufräumideen, sondern auch in der Frage, wie es mit meiner Diss weitergeht.

Durch die Schonungsverordnung harsch ausgebremst, kann ich dem Nestbautrieb nur sehr verhalten entsprechen. Gestern war Caligirl zu Besuch und hat meine Ideen in Realität verwandelt. So ist es möglich: Ich überlege, jemand anders führt aus. Aber es ist trotzdem schwer bzw. unmöglich, nur zuzuschauen. So war gestern ein produktiver Tag: Zwei Lampen angebracht, ein Brett montiert, einen Teppich ausgerollt, eine Mehrfachsteckdose durch die Wand verlegt. Solche Tage lob ich mir! Doch sie sind selten!

Ich verbringe die Tage derzeit mit Schlafen, (Vor-)Kochen, Ruhen, Stricken, Lesen, eine Sache – maximal zwei – erledigen. Das ist nicht viel und zeigt: Ich brauche noch viele Tage für diese unendliche Liste. Wo ist die Zeit für Musik sortieren, Fotos entwickeln, aufräumen, ausmisten, Staub wischen, die letzten fünf Bücher lesen, bevor sie zurück in die Bib müssen? Wenn man einmal in dem gemütlichen Modus ist, dann bleibt man auch darin. Es ist ja auch schön entspannend, nicht gehetzt alles auf einmal zu schaffen, sondern zu wissen: Morgen ist auch noch ein Tag.

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2011 in review

1. Januar 2012

Und der Jahresrückblick aus der Perspektive von WordPress. Am besten auf das Bild klicken und dann durchscrollen … :-)

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Das Sydney Opera House bietet Platz für 2.700 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 32.000 mal besucht. Das entspräche etwa 12 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Sydney Opera House.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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